Teekunst


Die Gongfu Teezeremonie


Zu Besuch bei Meister Wu Runjin im Winter 2006

 

Ein wunderschöner Teetisch, darauf ein altes Gongfu-Teekännchen, dem man den langjährigen Gebrauch ansieht. Kleine Teetässchen und ein erlesenes Teebesteck stehen bereit.
Mein langjähriger Lehrer für Wu-Shu und Tee begrüßt mich mit einem geheimnisvollen Lächeln und einem begeisterten Blick, der mir verrät, dass er wieder einige Teeraritäten bei seiner Chinareise aufgestöbert hat. So ist es denn auch.
Schon das erste Dufterlebnis nach dem „Teerwecken“ lassen mich erahnen, was mein Gaumen erwarten darf. Düfte die mich unter einen blühenden Pfirsichbaum versetzen, ein Hauch von Vanille, dann wieder ein kräftiger, fast tabakartiger Geruch, der einen kunstvollen Fermentations- und Röstungsvorgang verraten, erfreuen meine Nase.
Dann der erste Aufguss! Himmlisch, das erduftete bestätigt sich. Meine Zunge erfährt eine Fülle von Geschmacks-Erlebnissen, würzig und süß, an Honig erinnernd, zugleich zartherb und wieder dieser unglaubliche Geschmack nach vollendeter Röstung und Fermentation.
Ein Phoenix Dan-Cong der allerbesten Sorte! Nur durch diese Art des Teeaufgusses, kann der Tee seine ganzen Aromen entwickeln. Mein Freund und Lehrer beherrscht diese Kunst der Gongfu-Teezeremonie meisterlich!

 



Im Gedenken an Wu Runjin Arzt, Teemeister und Meister der chinesischen Kampfkünste, der uns so unerwartet und viel zu früh im Januar 2007 verlassen musste.

 




Chinesische Teerosen

„ Duft des Himmels „ oder „ Drei duftende Blumen am Himmel „

Im alten China wurde der Kaiser von seinen Untertanen jedes Jahr mit besonderen Geschenken verwöhnt. Wer die wertvollsten oder originellsten Geschenke brachte, wurde vom Kaiser natürlich besonders beachtet und mit Beförderungen usw. bedacht. Jedes Jahr ließen sich die Leute deshalb etwas Neues einfallen. Da der Kaiser natürlich auch Tee liebte, bekam er die besten Teesorten geschenkt.
Ein Teebauer ließ sich etwas Besonderes einfallen. Er ließ von seiner Frau kunstvolle Teerosen binden. Der Kaiser liebte, wie alle Chinesen heute noch, das Feuerwerk. Wie ein stilles Feuerwerk sollten sich nun die, in der Teerose verborgenen Blüten aus den Teeblättern lösen und beim Kaiser Erstaunen hervorrufen.
Dem Teebauer ist dies offensichtlich gelungen. Denn heute noch werden die Teerosen als kunstvolle Tee-Überraschung verschenkt.

Nehmen Sie sich Zeit. Teerosen-Tee-Trinken ist Entspannung und Genießen.
Teerosen in ein hohes Glas oder eine Glaskanne legen und mit leicht abgekühltem Wasser 90° übergießen.
Wenn die Teerose sich entfaltet hat, kann der erste Aufguss getrunken werden.
Es können 4-5 Aufgüsse gemacht werden.